Newsletter 5/12

Der Herbst kann kommen …

… wir sind gerüstet

Mit alt bewährten und spannenden neuen Seminaren und Workshops, mit neuen Partnern, neuen Projekten und dem Start unserer Schriftenreihe. Langweilig wird es also so schnell nicht. Ein erster Überblick über die Seminarangebote im Herbst findet sich in diesem Newsletter, alle aktuellen Termine und Angebote finden sich auf unserer Homepage www.ibit.eu.

Zu finden sind wir natürlich auch auf facebook – wenn man uns dort “liked”, bekommt man nicht nur Infos über alle aktuellen Termine und Angebote, sondern erfährt auch Interessantes und Wissenswertes rund um die Themen, mit denen wir uns beschäftigen.

Anmeldungen zu den Seminaren werden ab dem 01.08.2012 über unsere Homepage möglich sein.

Wir freuen uns auf ein spannendes und arbeitsreiches 2. Halbjahr 2012.

Es grüßt,

das IBIT Team

 


Kurse, Seminare und Workshops ab dem 2. Halbjahr 2012

Die neuesten Zugänge für unser Veranstaltungsmodell

Im Folgenden findet sich eine erste Übersicht über die momentan bestätigten Termine im zweiten Halbjahr 2012 und im ersten Halbjahr 2013.

Aktuelle Ergänzungen und Erweiterungen des Angebotes gibt es auf unserer Homepage. Anmeldungen zu den Seminaren sind ab dem 01.08.2012 möglich.

 

SAVE THE DATES!

Professional Certificate in Event Safety & Security Management

Aufgrund der hohen Nachfrage wird der Kurs im zweiten Halbjahr in 2 Varianten angeboten:

  • 8 Module (2x jeweils Mo – Do) – incl. 2 Wahlmodule
  • “Kurzkurs” mit 6 Pflichtmodulen (Mo – Sa)

Oktober 2012: Kurzkurs mit 6 Pflichtmodulen

  • Module 1 – 6: 08. – 13.10.2012

Dezember 2012: 8 Module in 2 Wochen (incl. 2 Wahlmodule) :

  • Module 1 – 4: 03. – 06.12.2012
  • Module 5 – 8: 10. – 13.12.2012

Februar 2013: Kurzkurs mit 6 Pflichtmodulen

  • Module 1 – 6: 04. – 09.02.2012

April 2013: 8 Module in 2 Wochen (incl. 2 Wahlmodule) :

  • Module 1 – 4: 08. – 11.04.2013
  • Module 5 – 8: 15. – 18.04.2013

 

Sicherheitsplanung für Veranstaltungen: Einführung & Vertiefung

(jeweils 2 tägig)

November 2012

  • 19./20.11.2012 – Sicherheitsplanung für Veranstaltungen: Einführung
  • 21./22.11.2012 –  Sicherheitsplanung für Veranstaltungen: Vertiefung

März 2013

  • 11./12. 2013 – Sicherheitsplanung für Veranstaltungen: Einführung
  • 13./14. 2013 – Sicherheitsplanung für Veranstaltungen: Vertiefung

 

Erstellung und Begutachtung von Sicherheitskonzepten

(1-tägiger Workshop)

  • 24. September 2012
  • 28. Januar 2013
  • 04. März 2013

Neue Kooperation mit dem PA-Team

Wir freuen uns, mit dem PA Team einen neuen Kooperationspartner gewonnen zu haben.

Auf der Basis einer ohnehin bereits seit langem bestehenden Zusammenarbeit in anderen Bereichen haben wir uns nunmehr entschlossen, unsere jeweiligen Kompetenzen noch ein bisschen besser zu bündeln und zu ergänzen. Wir freuen uns also auf spannende neue Seminarangebote und Projekte.

 

“The Competence Network”

Und es gibt noch eine weitere Kooperation zu präsentieren. The Competence Network bündelt Wissen rund um das Thema “Veranstaltungen”. Gemeinsam mit vier anderen Partnern, die sich wie das IBIT auf die Veranstaltungsbranche spezialisiert haben, agiert The Competence Network als Zentrum für Veranstaltungswissen, das in dieser Form nicht nur neu, sondern auch einmalig in Deutschland ist. Ob Publikumsschutz oder Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen: BN*PD – Bonn Promotion Dept., IBIT, GREEN EVENTS – WISSENSWERK und SOUNDS FOR NATURE  bieten gemeinsam einen umfassenden Ansatz und ein umfassendes Wissensportal für eine aufeinander abgestimmte Veranstaltungsplanung. Mehr erfahren auf www.the-competence-network.eu

Im nächsten Newsletter können wir an dieser Stelle weitere Kooperationen verkünden, auf die wir uns ebenfalls bereits jetzt sehr freuen…


Thema – dieses mal: “Auf der Suche nach der Veranstaltungsskala”

Am 25.06.2012 erschien bei ZEIT online ein Interview mit dem deutschen Forscher Dirk Helbing mit der Überschrift „Auf der Loveparade wurden Warnzeichen nicht erkannt”.

Das Interview bezieht sich dabei auf den neu von Helbing und Mukerji veröffentlichten Artikel Crowd Disasters as Systemic Failures: Analysis of the Love Parade Disaster, in dessen Rahmen die beiden eine Skala vorstellen,

„to improve the situational awareness of crowd managers, police and emergency forces“ (ebd. 36),

d.h., die helfen soll, Situationen besser beurteilen und Maßnahmen schneller einleiten zu können.

Diese Ankündigung weckt natürlich hohe Erwartungen, die durch das Interview selbst erst einmal nicht erfüllt werden: Obwohl Helbing hervorhebt, dass viele der bisherigen Annahmen zum Hergang des Unglückes falsch seien und dass der von ihm und P. Mukerji veröffentlichte Bericht nun erstmals alles und das auch noch erstmals „richtig“ darstelle, sind zumindest die im Interview genannten Beispiel profan und bei denen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, längst bekannt und diskutiert.

Was als Eindruck hängen bleibt, ist lediglich die unkritische Verwendung von Begrifflichkeiten:  „Masse“, „Panik“, „Katastrophe“, „Desaster“, „Massenpanik“, „Crowd Disaster“.

Auch die Skala erfüllt nicht die geweckten Erwartungen. Schon beim ersten Betrachten wird klar, dass sie definitiv kein Werkzeug zur präventiven Früherkennung kritischer Dichten ist, sondern eher eine stark vereinfachte Zusammenfassung der auf der Loveparade beobachteten Ereignisse, die sich jedoch nicht so einfach auf andere Veranstaltungen übertragen lassen.

Die Stufen der Skala von 0 – 8 implizieren eine Entwicklung, die bei 0 = „geringes Risiko für die Menschen” startet und mit 8 = “ein Crowd Disaster ist wahrscheinlich passiert” endet.

Der jeweiligen Einschätzung werden Maßnahmen zugeordnet, die helfen sollen, die Situation zu klären, eine Gefährdung zu minimieren oder gar aufzulösen.

Es beginnt beim Skalenwert 0

  • Beobachtung: Weniger als zwei bis drei Personen bewegen sich pro Quadratmeter.
    Bewertung der Lage: geringes Risiko für die Menschen
    Nötige Maßnahmen: Regelmäßiges Prüfen der Situation, auf Unruhe achten. Der Durchstrom von Menschen sollte nicht mehr als 82 Personen pro Minute und Meter betragen.“

Schon hier zeigt die Skala bereits ihren stark vereinfachten, fast laienhaften Charakter. Auch wenn man den grundsätzlichen Sinn einer Skala berücksichtigt, die ja abgestuften Bewertungen objektivieren soll, muss man bereits an dieser Stelle das Fehlen von wesentlichen Kriterien bemerken, die für eine Bewertung nicht nur hilfreich, sondern unbedingt nötig wären.

Nicht hinterfragt – für die Beurteilung aber unbedingt wichtig – wird zum Beispiel, ob es sich um statische oder dynamische Dichten handelt, oder eine uni-, bi- oder multidirektionaler Ausrichtung der Personenströme. Auch ist es in der Realität ein signifikanter Unterschied, ob die Verdichtung 2 oder 3 Personen beträgt (vgl. hierzu John Fruin’s „Level of Service“).

In diesem Zusammenhang ist auch die Empfehlung, ein Personenstrom solle nicht höher als 82 Personen/m/min sein, irreführend, denn was wäre die Konsequenz? Neben der Frage der praktischen Umsetzung stellt sich hier die Frage nach den Maßnahmen – eine Reduzierung des Durchflusses? Eine Maßnahme, die sich nur in einer sehr durchorganisierten Umgebung durchführen lässt und ganz sicher nicht als pauschaler Handlungstipp taugt.

Und der Hinweis, die Situation nun regelmäßig zu überprüfen? Diejenigen, die sich professionell mit der Sicherheit einer Veranstaltung beschäftigen, tun ohnehin kaum etwas anderes, als „Situationen regelmäßig überprüfen“ und können daher wohl auf den Tipp verzichten.

Leider lässt sich diese Bewertung auf alle Stufen der Skala übertragen: die Kriterien sind subjektiv und nicht aussagekräftig, die zugeordneten Maßnahmen profan und nicht ausreichend.

Beispiel Skalenwert 5

  • Beobachtung: Personen lassen sich nicht mehr von Zäunen aufhalten und versuchen zu fliehen.
    Bewertung der Lage: Die Situation ist kritisch und gerät allmählich außer Kontrolle.
    Nötige Maßnahmen: Mit der Menschenmenge kommunizieren und sofort evakuieren. Erste-Hilfe und Unterstützung anbieten. Krankenhäuser und zusätzliche Rettungskräfte informieren, dass die Lage außer Kontrolle geraten könnte.“

Neben der Tatsache, dass das „Fliehen über Zäune„ eine sehr spezifische Situation ist, die sich kaum verallgemeinern lässt, werden spätestens hier die „nötigen Maßnahmen“ – auch wenn es schwer fällt, dies im Rahmen eines eigentlich so ernsten Themas zu sagen – lächerlich.

Die Skala endet bei 8:

  • Beobachtung: Menschen liegen und krabbeln übereinander.
    Bewertung der Lage: Ein Crowd Disaster ist wahrscheinlich passiert.
    Nötige Maßnahmen: Der Notfallausnahmezustand muss eintreten.“

An dieser Stelle stellt sich eigentlich nur noch die Frage: wozu braucht es seine solche Skala? Was soll das Ganze? Waren wir nicht schon auf einem viel besseren Weg – uns nämlich genau von Skalen und Matrixlösungen zu verabschieden, weil die mit Veranstaltungen verbundenen Gefährdungen einfach zu individuell sind, als dass sie mit einer Checkliste oder auf einer Skala erfasst werden kann?

Hätte sich Helbing ganz im Skalensinne nur auf “Beobachtung” & “Bewertung” beschränkt, hätte es vielleicht klappen können können – mit den zugeordneten Maßnahmen offenbart die Skala aber schnell ihre Schwächen: sinnvolle Bewertungen und Maßnahmen lassen sich bei einem so komplexen Thema einfach nicht pauschalieren – es kommt immer auf die individuelle Situation, das Umfeld, die Beteiligten, ja sogar auf die Uhrzeit und hunderte anderer Faktoren an – pauschale Bewertungen und Maßnahmen sind in den meisten Fällen falsch, unpassend oder sogar gefährlich. In den Händen von Menschen, die sich nicht professionell mit Veranstaltungen auseinandersetzen, sondern Checklisten abarbeiten, verleiten sie dazu, sich – in Ermangelung einer eigenen Meinung – zu sehr auf die vermeintlich gebotene “Klarheit” und Struktur zu verlassen – dazu ist diese Skala jedoch weder gut noch aussagekräftig genug. Die Skala ist ein theoretisches Konstrukt, das der Veranstaltungsrealität nicht wird standhalten können.

Wir im IBIT setzen darauf, den Menschen, die sich mit Veranstaltungen auseinandersetzen (müssen), fundiertes Wissen mit auf den Weg zu geben und sie zu befähigen, eigenen Meinungen zu bilden und Entscheidungen jenseits von Checklisten treffen zu können.

Wir freuen uns über jedes sinnvolle Hilfsmittel, haben es in der hier vorgestellten Skala jedoch nicht finden können.

 


Hier können Sie uns treffen:

Alle für das IBIT arbeitenden Dozenten und Referenten sind bundesweit bei Vorträgen und Seminaren zu treffen.

Zum Beispiel:

  • 10.07.2012 – “Volksfeste, Musik- und Sportevents, Public Viewings… (Groß-)Veranstaltungen auf öffentlichen Verkehrsflächen”
    Halle (Saale). Ein Seminar des vhw.
  • 20.09.2012 – Health & Safety Seminar organised by The YES Group (Yourope Event Safety Group)
    Im Rahmen des Reeperbahn Festivals, Hamburg
  • 25.09.2012 – Sicherheitskonzepte, Notfallvorsorge, Entfluchtung, Projekt- und Praxisbeispiele
    Im Rahmen der Vds Fachtagung “Sicherheit von Veranstaltungen (8)”
    – 10.25 Uhr: Qualifizierung „der Beteiligten“ von und bei Großveranstaltungen
    – 15.20 Uhr: Steuerung bei Problemsituationen – Lücken im Sicherheitskonzept? – Aus der Praxis eines Veranstaltungs-Sicherheitsdienstleisters
    – 16.00 Uhr: Notfallplanung für Veranstaltungen am Beispiel eines Veranstaltungsabbruches

Alle Termine der IBIT Dozenten mit ausführlicher Beschreibung


News

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Vfdb veröffentlicht Bericht zu Personendichten bei Großveranstaltungen

Der vfdb (Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.) bietet auf seiner Homepage verschiedene Berichte, Analysen oder Ergebnisse zum Thema Sicherheit bei Großveranstaltungen.

Die neueste Veröffentlichung ist der technische Bericht 13-01 „Statische und dynamische Personendichten bei Großveranstaltungen“, in der Erstauflage im März 2012 herausgegeben von Dr. Dirk Oberhagemann. Der 54 Seiten umfassenden Bericht beschäftigt sich mit durchschnittlichen und realen Personendichten auf Veranstaltungsgeländen, beschreibt die Gefährdungen für Menschen durch Menschen („Verursachte Drücke“), entwickelt ein „4 Stufen Modell des Staus“ und beschreibt verschiedene Varianten von Personenströmen.

Der Bericht wurde entwickelt im Rahmen des Forschungsprojektes EVA – Risiko Großveranstaltungen: Planung, Bewertung, Evakuierung und Bewertung, einem Verbundforschungsprojektes des BMBF im Rahmen des Programms “Forschung für die zivile Sicherheit” als Teil der High-Tech-Strategie der Bundesregierung, dessen Projketkoordninator der vfdb war.

Zum Bericht

 

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Zum “richtigen” mitteleuropäischen Sommer gehören eben auch solche Wetterlagen …

… so die neutrale Feststellung des Deutschen Wetterdienstes zum wettermäßig durchaus eindrucksvollen Wochenende 30.06./01.07.2012

Festivals finden natürlich nicht zuletzt wegen der höheren Wahrscheinlichkeit auf Sonnenschein meist in den Sommermonaten statt. Doch nicht wie so oft durch gutes Wetter hervorgerufene Probleme wie Sonnenbrand oder Sonnenstiche hielten am letzten Juniwochenende die Sanitäter der in Ost- und Süddeutschland stattfindenden Festivals auf Trab.  Das “With Full Force” hatte mit schweren Unwettern zu kämpfen, auch bei anderen Veranstaltungen gab es Beeinträchtigungen: Das “Rock am Härtsfeldsee”, das „Fusion Festival” und das „Afrika Karibik Fest“ litten massiv unter den heftigen Gewittern – alle vier Veranstaltungen mussten unter- oder sogar komplett abgebrochen werden.

Die Bilanz des Wochenendes liest sich daher auch unschön: 51 Verletzte beim „Full Force Festival“, zehn weitere beim „Rock am Härtsfeldsee“. Dass es nicht zu mehr Verletzten oder Schlimmeren, ist zum Teil dem umsichtigen Verhalten der Veranstalter geschuldet, die Veranstaltungen rechtzeitig unter- oder auch abgebrochen haben, zum Teil dem Einsatz der Helfer, die in allen Fällen sehr schnell und kompetent im Rahmen ihrer Notfallplanungen reagiert haben – zum Teil war es aber wohl auch nur Glück, wenn vorbereitetete Maßnahmen fehlten, keine Warnungen ausgesprochen wurden und / oder die Beteiligten die Gefährdungen, die aus solchen Unwettern resultieren, schlichtweg ignorierten.

Bereits in der Woche zuvor wurden beim “Peace & Love Festival” im schwedischen Borlänge 17 Besucher durch einen Blitzschlag verletzt. Das Unwetter war am 26. Juni am Nachmittag über das Gelände des Open Airs hinweggezogen.

Eine Bilanz der betroffenen Festivals:

  • Festival: Fusion
  • Zeit des Unwetters: Samstag, 30. Juni 2012, ca. 21:00 Uhr
  • Ort: Lärz, Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern
  • Zuschauer: ca. 70.000
  • Verletzte: Keine Bekannt
  • Art des Vorfalls: Unterbrechung, Besucher wurden per Durchsage in Ihre Zelte geschickt.

 

  • Festival: With Full Force
  • Ort: Löbnitz bei Leipzig, Sachsen
  • Zuschauer: +30.000
  • Zeit des Unwetters: Sonntag, 01.07.2012, ca. 1.50 Uhr
  • Verletzte: 51 (Davon neun schwer)
  • Art des Vorfalls: Unterbrechung nach Blitzeinschlag in Cocktailbar/Turm. Campingplatz “Hardbowlzelt” wurde nach Ansage geräumt. Fortsetzung des Festivals am Sonntag.

 

  • Festival: Rock am Härtsfeldsee
  • Ort: Dischingen im Landkreis Heidenheim
  • Zeit des Unwetters: Samstag, 30. Juni 2012, ca. 21:00 Uhr
  • Besucher: 6.000
  • Verletzte: 10
  • Art des Vorfalls: Kein Abbruch des Festivals in Absprache mit Feuerwehr und Polizei

 

  • Festival: Afrika Karibik Fest
  • Ort: Öttingen, Bayern
  • Zuschauer: 60.000 (erwartet)
  • Verletzte: 21
  • Art des Vorfalls: Unterbrechung und Verlegung in umliegende Hallen, dennoch Verletzte durch Äste und Gegenstände. Im Anschluss Absage nach Rücksprache mit der Polizei

Das IBIT wird am 08.10. hierzu einen Ganztagsworkshop veranstalten „Der Umgang mit Wettereinflüssen auf Open-Air Veranstaltungen“. Im Rahmen des Seminars werden Probleme und mögliche Lösungen vorgestellt, Experten zu Einzelthemen gehört (Infrastruktur / Wetterentwicklungen) und auch die Sichtweisen der Gefahrenabwehrbehörden diskutiert.

Kosten für den Workshop liegen pro Person bei 245,00 € zzgl. Mwst.

Anmeldungen zum Seminar sind ab dem 01.08. auf unserer Homepage möglich.

 

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Fankultur oder Fußball-kulturelles Desaster? Die Sicherheit bei Fußballspielen

Die anstehende Bundesliga-Saison erhält eine besondere Dimension. Sie entscheidet nicht nur über den Jubiläumsmeister, sondern wahrscheinlich auch über Zukunft oder Ende der bestehenden Fankultur.

In der abgelaufenen Saison verging kaum ein Tag, an dem in den Medien nichts über einen neuen fußballbezogenen Vorfall zu lesen war. Auch für die anstehende Spielzeit ist zu erwarten, dass über Platzstürme, Übergriffe von Ultragruppierungen und natürlich die mittlerweile sogar beim Durchschnittsbürger so beliebte Pyrotechnik geschrieben und in den Medien diskutiert werden wird.

Platzsturm im Kölner Rhein-Energie Stadion nach dem besiegelten Abstieg am 34. Spieltag der vergangenen Saison

Es wird zu überprüfen sein, ob einige Probleme, die Vereine mit Fans haben, möglicherweise hausgemacht sind. Denn so sehr sich die 56 Clubs der Profiligen um eine einheitliche Linie im Umgang mit Fangruppen bemühen, könnten die Standards und die Qualifikationen des von den Vereinen eingesetzten Sicherheits- und Ordnungspersonals nicht unterschiedlicher sein. So berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger am 19.04.2012 über ein Verfahren gegen einen Mitarbeiter des Sicherheits- & Ordnungsdienstes, der im Rahmen seines Einsatzes – mit dem er laut diesem Bericht wohl einigermaßen überfordert war – Reizgas eingesetzt hat. Der Bericht beschreibt unter anderem, dass beim Derby des 1.FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach bisher gänzlich ungeschultes Personal am Gästefanblock eingesetzt worden sei. Sollte das stimmen (und wir befürchten nicht nur, dass es das tut, sondern auch dass es auch keine Einzelfall ist), wundert man sich natürlich nicht mehr darüber, dass bestimmte Situationen unnötig eskalieren.

Auch darüber hinaus wird die nächste Saison richtungsweisend. Theoretischem Kooperationswillen von allen Seiten stehen ganz praktische Aus – oder Teilausschlüsse von Besuchern und zu erwartende Reaktionen von Fangruppierungen auf diese gegenüber.

Sogenannte “Geisterspiele” sind aber auch keine Lösung, wenn es um Gewaltverhinderung gehen soll. Im Gegenteil: Zwar wird durch den Zuschauerausschluss Gewalt aus den Stadien verbannt, eventuell aber in die Städte oder vor die Arenen/Stadien verlagert, wo die “Protagonisten” bedeutend schlechter zu kontrollieren sind.

Gleichzeitig scheint Pyrotechnik auch bei anderen Veranstaltungen „salonfähig“ zu werden. So musste das für die Fußball EM 2012 in der Kölner Lanxess Arena eingerichtete „Public Viewing“ nach zweimaligem Stattfinden abgesagt werden, weil – wohlgemerkt in einer Halle – vermehrt bengalische Feuer abgebrannt wurden und es wiederholt zu Schlägereien im Publikum kam. Bei Rock am Ring brannten während der Auftritte der Headliner, besonders bei den bekanntermaßen fußballaffinen Toten Hosen große Mengen Bengalos. Tote Hosen Sänger Campino trägt dabei wesentlich zur aktuellen Debatte bei, wenn er auf seinen Konzerten ebenso so wie Fortuna Düsseldorfs Andreas Lambertz oder Dortmunds Kevin Großkreuz bei Aufstiegs- und Meisterfeiern vormacht, wie einfach die zwischen 1.600 und 2.500 °C heißen Flammen zu entzünden sind.

All dies sind Themen, die sich natürlich auch in der Arbeit des IBIT widerspiegeln werden. Sei es in den Trainings für die Kräfte der Ordnungsdienste, in speziellen Themenseminaren oder auch einfach in Kommentaren und Stellungnahmen.

Wir bleiben aufmerksam.

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Newsletter vom: 06.07.2012

On Juli 5th, 2012, posted in: News by