IBIT Fachtagungsnews 7 / 100


Eigentlich wollte IBIT Geschäftsführerin Sabine Funk ja heute mal wieder in Sachen eigener Weiterbildung an die MMU (Manchester Metropolitan University) reisen, um dort an einem Crowd Dynamics Workshop teilzunehmen – was aufgrund eines Streiks der Fluggesellschaft zwar nicht nicht geklappt hat, aber “ein bisschen was” aus diesem Workshop haben wir vorab schon für die 5. IBIT Fachtagung Veranstaltungssicherheit sichern können – so wird Marcel Altenburg (MMU) im Themenstrang “Best practice” über das Thema “Besucherzahlen /-monitoring” sprechen:

„1.000.000 Menschen besuchten das Stadtfest“ – eine Schlagzeile, die bei Beteiligten oftmals die Frage hervorruft, ob man eigentlich auf der gleichen Veranstaltung war und wie genau es zu dieser Zahl bzw. – realistischer: Einschätzung kommt.
Die Diskussionen um die Besucherzahlen der Loveparade hat den Unterscheid zwischen Pressezahlen und tatsächlichen Zahlen deutlich aufgezeigt und im Folgenden bei vielen Veranstaltungen durchaus auch zu einer Korrektur der angegebenen Zahlen geführt – hat man doch verstanden, dass man nicht nur an diesen Zahlen gemessen wird („1.000.000 Menschen und nur 50 Toiletten?“), sondern dass man die Zahlen auch mit ein bisschen gesundem Menschenverstand und Mathematik durchaus in Frage stellen kann – 1.000.000 Menschen auf einer Fläche von 20.000qm sind nun einmal – vorsichtig formuliert – schwierig darzustellen.
Wie aber kommt man ohne eine konkrete Zählung zu verlässlichen Zahlen? Wie bewertet man die Befüllung einer laufenden Veranstaltung und wie definiert man „(zu) voll“? Der Vortrag beschäftigt sich genau mit diesen Fragen und erläutert den Prozess und die notwendigen Überlegungen am Beispiel der vieldiskutierten Amtseinführung des amtierenden amerikanischen Präsidenten. War es tatsächlich die am besten besuchte Veranstaltung jemals? Oder eher nicht? Marcel Altenburg zeigt den Weg von der Vermutung zur belastbaren Zahl auf und erklärt, welche Bedeutung die „erwartete Besucherzahl“ insbesondere in Bezug auf die Fragen, ob es nun eher „voll“ oder eher“ leer“ ist hat. Gerade Letzteres ist insbesondere in Bezug auf notwendige Handlungen (z.B. Sperren) eine wichtige Feststellung, wurde doch die allzu leichtfertige allgemeine Festlegung „bei mehr als 2 Pers / qm wird die Fläche gesperrt“ schon zu oft einer realitätsangepassten Vor-Ort- Bewertung geopfert. Das Beispiel der Amtseinführung eignet sich dabei perfekt, diese Fragen zu klären und Möglichkeiten der Bewertung von Besucherzahlen aufzuzeigen

On September 12th, 2018, posted in: News by