36 Tote und über 30 Verletzte auf dem Kumbh Mela Pilgerfest in Allahabad

Menschen am Ganges in Varanasi, Dieter Schütz / pixelio.de

Menschen am Ganges in Varanasi, Dieter Schütz / pixelio.de

Vor knapp einem Monat haben wir in unseren Neuigkeiten auf den Beginn des größten Pilgerfests des Hinduismus, „Kumbh Mela“ in Allahabad im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, hingewiesen. Bei dem zwei Monate anhaltenden Fest, das alle drei Jahre in einer von vier Städten abgehalten wird, werden 2013 rund 66 Millionen Pilger erwartet. Am vergangenen Sonntag kam es an einem Bahnsteig in Allahabad erneut zu einem Unglück, bei dem 36 Pilger, größtenteils Frauen, zu Tode kamen und weitere 30 zum Teil schwer verletzt wurden. Dies war nicht das erste Unglück im Rahmen einer Kumbh Mela. Bereits 1954 starben mehrere hundert Menschen in Ahallabad, als mehrere Abschrankungen von Pilgern durchbrochen wurden, die einer speziellen Zeremonie beiwohnen wollten. 2003 wurden 41 Menschen bei der Kumbh Mela in Nashik zu Tode getrampelt.

Der Grund für das in den Medien mit dem irreführenden Begriff „Massenpanik“ beschriebene Unglücksereignis ist nicht final geklärt. Medienberichte zitieren Sprecher des Bahnunternehmens, die aussagen, dass die Polizei die Menschen förmlich dazu geprügelt habe, sich in bestimmte Richtungen zu bewegen und somit Fluchtbewegungen in der Menschenmenge verursacht hat. Der für das Eisenbahnnetz zuständige Minister erklärte ebenfalls, „adäquate Vorrichtungen für die Menschenmengen seien im Vorfeld getroffen worden.“ Die Station sei mit zu vielen Menschen auf dem Bahnsteig schlichtweg überfüllt gewesen. Hingegen sprechen Regierungssprecher von einer zusammengebrochenen Treppenführung. Die herabstürzenden Menschen hätten dazu geführt, dass untenstehende versucht hätten, vom Unfallort zu fliehen. Laut Aussagen von Zeugen konnten Notärzte wegen der verstopften Wege erst nach gut zwei Stunden zu den Opfern durchdringen, um diese zu Krankenhäusern zu transportieren oder vor Ort zu versorgen.

Während des andauernden Pilgerfestes sind dauerhaft zwischen 12- und 14.000 Polizisten und zusätzliche Paramilitärische Einheiten im Einsatz, um die Sicherheit der Pilger zu gewährleisten. Der Chef des Organisationskomitees des Kumbh Mela Fests, Azam Khan, ist in der Zwischenzeit aufgrund moralischer Gründe von seinem Amt zurückgetreten.

Dieses Unglück ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass Menschen nicht aufgrund von „Massenpaniken“ sterben, sondern aufgrund von Planungsfehlern, mangelnder Vorkehrungen und schlechten Notfallplänen.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kam es zudem zu einem Brand in Allahabad, der durch einen Kurzschluss ausgelöst wurde. Hierbei kam es zu einem Todesfall, weitere Personen wurden verletzt.

Weiterführende Links und Quellen:

On Februar 15th, 2013, posted in: News by