Sexualisierte Gewalt

Ein Kommentar von Sabine Funk, IBIT GmbH
“Sexualisierte Gewalt” war ja auch eines der Themen in der “Unbequeme Themen” Diskussionsrunde der #ibitft18. Oder genauer “das” Thema, denn die anderen Themen (Kriminalität, Drogen etc kamen gar nicht wirklich zur Sprache, weil alle so viel hierzu zu sagen hatten) – Leider oder vielmehr interessanterweise – entstand auf der Seite eines der Mitdiskutierenden eine – wie ich (weiblich) finde – vollkommen überflüssige Diskussion darüber, ob eine Runde aus 2 Frauen und 6 Männern darüber diskutieren kann und ob das nicht eigentlich wieder GENAU das Zeichen für weibliche Unterdrückung sei usw.usw.
Die Diskussion würde ich (weiblich), die ich die Runde zusammengestellt habe, durchaus beenden wollen mit einem klaren: “Ja klar geht das. Warum auch nicht”. Nicht nur, weil es eigentlich auch um andere Themen hätte gehen sollen und der Kreis der Teilnehmer so gewählt war, dass zu jedem der geplanten Thema eine Spezialistin / ein Spezialistin saß, und nicht nur, weil es durchaus auch sexualisierte Gewalt an Männern gibt, sondern weil ich (weiblich) mich vollkommen und absolut einen totalen Scheiss um das Geschlecht der Diskutierenden, so wie insgesamt meines jeweiligen “Gegenübers” schere – Ich bevorzuge Inhalte und sinnvolle Beiträge vor irgendeiner Geschlechterfrage. Als Zuhörende (weiblich) sah ich eine intensive, lösungsorientierte und offene Diskussion, in der jeder Beitrag gleichermaßen wertvoll war – egal, wer ihn geäußert hat. Ich diskreditiere keine Aussage, nur weil der-/diejenige, der/die sie geäußert hat, in den Augen von irgendwem das “falsche” Geschlecht hat. Ich bin eine Frau in einer Branche, in der viele Männer aktiv sind. Na und? Fühle ich mich dominiert? Nein. Brauche ich Fürsprecher*innen, die mich aufgrund meines Geschlechts unterstützen? Schon gar nicht. Sexualisierte Gewalt gegenüber jedem Geschlecht gehört bekämpft, wo & wann es geht – keine Toleranz. Das Geschlecht des-/derjenigen, der in dieser Angelegenheit etwas Gutes tut, ist mir egal.
Der Ordner in dem Beispiel unten ist absolut fehl am Platz und sein Verhalten indiskutabel. Ist das ein “Männlichkeits”problem oder eins der oftmals immer noch vollkommen unzureichenden Qualifizierung der Ordner*innen? Vielleicht beides. Vielleicht ist es auch ein Sozialisierungsproblem. Oder ein Ergebnis von allem. Letztendlich ist es aber auch egal, warum er sich so verhalten hat: wichtig ist, dass nun Prozedere eingeleitet werden, so etwas in Zukunft zu verhindern. Welches Geschlecht der / diejenige hat, der / die das Prozedere einleitet, ist mir dann schon wieder – tut mir leid, dass noch mal sagen zu müssen – vollkommen egal.

On November 28th, 2018, posted in: News by