Schütze tötet mehrere Menschen – Regierung ruft höchste Terrorwarnstufe aus



Unter dem letzten Beitrag entstand eine Diskussion, ob es moralisch vertretbar oder sogar pietätlos sei, im Anbetracht von Menschen, die gestorben sind oder verletzt wurden, Begriffsdefinitionen (Massenpanik vs. Massenflucht) zu führen. Das sehen wir absolut nicht so. Wir bedauern ganz grundsätzlich, dass Menschen in dieser Welt durch externe (gewaltsame) Einwirkungen zu schaden kommen. Das kann aufgrund planerischer und organisatorischer Fehler sein, aufgrund eines terroristischen Anschlags, einer Überfahrtat (aus welchen Gründen auch immer), eines Verkehrsunfalls, eines Krieges oder weil Ihnen nicht genug Nahrung zum Überleben zur Verfügung steht. Helfen können wir aber nur, indem wir versuchen, Dinge zu verbessern. Für das IBIT bedeutet das, über Verbesserungspotential im Sinne der Sicherheit von Menschenmengen nachzudenken. Und dann wird eine Diskussion, ob etwas eine “Massenpanik” ist oder eine durch menschliche Fehler gestörte Flucht auf einmal doch wichtig – denn es lenkt den Fokus dahin, wo er hingehört: auf Fehler, Versäumnisse und die Möglichkeiten, diese zu verhindern. Und das ist vielleicht der beste Dienst, den wir Getöteten, Verletzten, allen Betroffenen erweisen können: daran arbeiten, dass sich das nicht mehr wiederholt, dass aus Ereignissen und natürlich auch aus Fehlern gelernt wird. Und so werden wir uns auch in Anbetracht der schon wieder fürchterlichen Ereignisse in Straßburg darauf konzentrieren, zu überlegen, wie man Handlungsfähigkeiten im Anbetracht einer solchen Lage verbessern kann. Verhindern können wir sie kaum (während ich (sf) dies schreibe, sitze ich übrigens nicht weit entfernt vom Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz in Berlin) aber wir können handlungsfähiger werden. Inwieweit Komplettumzäunungen da helfen oder sogar das Schutzziel einer schnellen Flucht konterkarieren, ist eine Frage, mit der wir uns unter anderem beschäftigen. Wir wollen nicht, das Menschen zu Schaden kommen – weder bei Veranstaltungen noch sonstwo. Das Bedauern darüber, wenn es doch passiert, schliesst aber konstruktives – zukunftsorientiertes – Denken, Diskutieren und “Posten” nicht aus.
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/strassburg-schuetze-toetet-vier-menschen-polizei-spricht-von-terror-a-1243244.html


On Dezember 12th, 2018, posted in: News by