Großrazzia in Alianz-Arena

Da weiss man gar nicht, was schlimmer ist: die Tatsachen hinter dem Bericht, die Berichterstattung, das Verhalten des Veranstalters oder die allgemeinen Probleme, die hier aufgezeigt werden.
Vielleicht hilt es, es der Reihe nach abzuarbeiten:
A) Die Tatsachen: Wir wissen auch hier nur das, was in dem Bericht steht – aber wenn tatsächlich Menschen versucht haben, sich aktiv der Überrpüfung zu entziehen, dann ist das natürlich schlecht. Vom Fehlen der Personalausweise unmittelbar auf Schwarzarbeit zu schließen: kann man machen, aus der Luft gegriffen ist die Vermutung sicherlich nicht – allerdings: erst mal ist es eine Vermutung. Fehlende Aufenthalts- und /oder Arbeitsgenehmigungen hingegen kann man wohl nicht wegdiskutieren. Interessant ist sicherlich die Frage, ob sich denn alle “gewerberechtlich notwendigen Nachweise” tatsächlich auf sicherheitsrelevante Positionen gem. §34a GewO beziehen oder ob es ggf. auch um #Ordnerpositionen geht, die gar nicht dem #Gewerberecht unterliegen, wird nicht klar. Verwunderlich wäre es ehrlicherweise jedoch nicht, ist die Trennung zwischen #Sicherheit und #Ordnung doch immer noch mehr als unausgegoren umgesetzt – von der Unfähigkeit der Medien, hier sorgfältig zu unterscheiden, mal ganz abgesehen – womit wir dann auch schon B) “die Qualität der Berichterstattung” abgehandelt hätten.
Nicht viel besser ist C) “Die Reaktion des Veranstalters”. Erst mal abgrenzen und betonen, dass man damit nichts zu tun hat. Natürlich … hatten wir das nicht letztlich schon mal? Aber so einfach ist es nicht. Rahmenbedingungen werden nicht vom Auftragnehmer vorgegeben. Das ist kein Freibrief und keine Entschuldigung für Fehler des Dienstleisters. Aber sich einfach mal aus der Verantwortung rausnehmen, ist genauso verlockend wie falsch.
Naja, und dann D) “Die grundsätzlichen Probleme” und Lücken, die sich hier offenbaren: sei es die oben schon diskutierte mangelhafte Trennung zwischen Sicherheit und Ordnung oder die schlechte Umsetzung bzw. Einführung des Bewacherregister, von dem selbst das Bundeswirtschaftsministerium sagte, dass die Einführung am 01.06. eine Herausforderung sei: “Obwohl es an allen Ecken und Kanten knirschte, im Vorfeld vor allem die knappe Zeit bemängelt wurde und so die Umsetzung für viele Sicherheitsunternehmen faktisch nicht möglich war, ist das Bewacherregister am Samstag (1.6.) an den Start gegangen.”

BUNDESWIRTSCHAFTSMINISTERIUM EMPFIEHLT ÜBERGANGSFRIST
BEFÜLLUNG DES BEWACHERREGISTERS SOLL BIS ENDE SEPTEMBER IN PAPIERFORM MÖGLICH SEIN
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Jeder einzelne dieser Punkte ist schlimm – im Zusammenspiel werden sie zu einem (erneuten) Tiefschlag in der Diskussion um die Professionalisierung der Veranstaltungsordnungsdienste.