Fliegerbombe entschärft in der Uniklinik Bonn

Wir schauen ja immer ganz gerne mal über den Tellerrand und nutzen Beispiele aus anderen Lebensbereichen / Industriezweigen um Fragen auch der Veranstaltungssicherheit zu diskutieren.
Hier zum Beispiel etwas zum Thema “Notfallplanung und warum es manchmal doch dicke kommt (und wie man trotzdem souverän damit umgeht, wenn man entsprechend vorbereitet ist).
Die Situation durch COVID-19 ist besonders für den Gesundheitssektor ein Stresstest. Zu all den Herausforderungen, denen sich die Kliniken aktuell stellen müssen, wurde gestern auf dem Gelände der Uniklinik in Bonn, die diese Woche auch zwei Corona-Intensivpatienten aus Italien aufgenommen hat, eine Bombe gefunden. Diese wird heute (02.04.2020) entschärft, was eine zweite unübliche Belastung für den Regelbetrieb zum selben Zeitpunkt bedeutet. So müssen nicht nur Anwohner im Umkreis (300 Meter) evakuiert werden, sondern natürlich auch Patienten – von denen 69 eine Intensivbetreuung benötigen. All das natürlich unter Berücksichtigung der Vorgaben des Abstandhaltens – das heißt, es mussten zeitschnell geeignete Räumlichkeiten gefunden werden, in denen sich die Menschen mit dem notwendigen Abstand über einen ggf. längeren Zeitraum aufhalten können. Neben einer guten Kommunikation zwischen den Behörden, dem Klinikum und weiteren Kliniken, die diese Patienten zwischenzeitlich aufnehmen, bedarf es vor allem einer guten Notfallplanung und dem Wissen um zur Verfügung stehende Ressourcen als professionelle Vorbereitung auf die Abarbeitung von eingetretenen Schäden, sowie der Kontinuitätsplanung zur Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung des Normalzustandes trotz eines „Schadenereignisses“.

Das Beispiel zeigt übrigens auch, dass beim Üben auf dem Zeichenbrett kaum ein Szenario als „ausgeschlossen“ gelten sollte. Wie schnell sich die Gesamtsituation ändern und damit den geregelten Ablauf massiv stören kann, erleben wir und viele Kolleginnen und Kollegen ja auch gerade.

On April 2nd, 2020, posted in: News by