cheap jerseys wholesale jerseys wholesale jerseys free shipping cheap jerseys free shipping cheap nfl jerseys wholesale nfl jerseys cheap soccer jerseys

Kommentar zum Pfingstwochenende

Die IBIT-WelleWas für ein fürchterliches Wochenende.
Dabei war der Plan doch so einfach: Pfingsten. Langes Wochenende. Ausspannen. Das war aber dann nicht, denn obwohl wir (glücklicherweise) bei keiner der betroffenen Veranstaltungen involviert waren, so haben wir doch natürlich – beginnend mit der Ankündigung, Rock am Ring wegen einer Terrorwarnung zu unterbrechen – das ganze Wochenende vor dem TV, dem Rechner, den sozialen Medien gehockt: wie entwickelt sich was? Wer berichtet was? Wer sagt was? Und wenn wir nicht geguckt haben, dann haben wir nachgedacht. VIEL nachgedacht. Unter anderem über Pässe und Namen. Auf meinem Pass der RhEINKULTUR 2004 stand seinerzeit so etwas wie „Chefin“. Bei anderen stand „Hausmeister“ oder “Alleskönner”. Manchmal auch Michael, Peter, Petra. Das war ok, denn zum einen war unser Team klein genug, dass wir uns alle kannten, zum anderen haben wir natürlich auch Listen geführt mit den „richtigen“ Namen – und es war 2004 – niemand hat darüber nachgedacht, dass Menschen mit Sprengstoffgürtelattrappen oder langen Messern unsere Gäste (oder uns) bedrohen würden. Aber wir haben auch Pässe blanko abgegeben : #100 – #250 an „Gastro“ oder ähnlich.
In 2017 ist das anders. Die Bedrohungslage ist anders geworden und viele Veranstaltungen haben eine Größenordnung erreicht, dass schon lange nicht mehr jeder jeden kennt – vor der Veranstaltung arbeiten andere Menschen als während der Veranstaltung, der Dienstleister beauftragt einen Sub, der dann auch einen Sub hat …. Natürlich birgt das Schwachstellen. Eine große Menge Menschen haben Zutritt zu unseren Veranstaltungen von denen wir – selbst wenn Name und Sozialversicherungsnummer korrekt angegeben sind – ehrlicherweise nichts wissen. Die Chancen steigen also, dass jemand „jemandes“ Bruder, Neffe oder Freund ist. Und selbst wenn der erste jemand total nett und freundlich ist, macht ihn die Bekanntschaft / Verwandtschaft mit dem anderen jemand möglicherweise zu einem Problem. Wir gehen davon aus, dass die Behörden immer ihre guten Gründe haben, so zu agieren, wie sie es tun – eine Bewertung wäre an dieser Stelle sicherlich anmaßend. Aber man fühlt sich irgendwie doch hilflos … Auf der anderen Seite: in der Haut der Behörden möchte man ja auch nicht stecken. Die Fehlertoleranz ist einfach zu niedrig.
Ein bedauerliches Vorurteil bestätigt hat dann leider am Schluss der Pressekonferenz zur Rock am Ring Unterbrechung noch der Innenminister. Sein geäußertes Erstaunen darüber, dass die Menschen ja nicht in Panik verfallen seien („das kennt man schließlich aus Duisburg auch anders“) hat dann leider doch gezeigt, dass nicht jeder, der reden darf, auch reden sollte. Zumindest nicht zu allen Themen. Es ist lange – und damit meinen wir wirklich „lange“ – bekannt, dass die Menschen NICHT (massen)panisch reagieren, wenn man Ihnen Informationen, Wege & Flächen zur Verfügung stellt, damit sie das tun können, was sie tun sollen (Rock am Ring: das Gelände räumen) oder wollen (Turin: fliehen). Daher ist Turin auch wieder einmal ein so fürchterliches Beispiel dafür, wie sehr solche Bewertungen und bewertenden Begrifflichkeiten in die falsche Richtung leiten. Wenn wir richtig informiert sind, gab es keine sicherheitsrelevanten Planungen – es gab eine Videowand und einen Platz. Ungesteuert, ungelenkt, unkontrolliert. Und natürlich muss man den beiden, die den Feuerwerkskörper gezündet und „Bombe“ gerufen haben, ordentlich auf den Kopf hauen – aber „schuld“ sind sie ganz sicherlich nicht. Schuld sind die, die zugelassen haben, dass so etwas passieren kann (und da mag man gar nicht daran denken, wie die Opferzahlen aussähen, wäre es wirklich eine Bedrohungslage gewesen).
Es gibt noch zu viel zu schreiben – zu Turin, zu London, zu Nürburg – das machen wir sicherlich diese Woche auch noch. Aber wir möchten hier an dieser Stelle nicht enden, ohne zu sagen, dass an diesem Wochenende auch Mick Upton gestorben ist – einer der ganz Großen der Sicherheitsplanung, ein Visionär und Mentor ohne Gleichen, ohne den es die Studiengänge und all das, worauf wir hier unter anderem auch aufbauen, nicht (oder vielleicht erst viel später) gegeben hätte. Und damit schließen wir, wie wir begonnen haben: WAS FÜR EIN FÜRCHTERLICHES WOCHENDE!

On Juni 7th, 2017, posted in: News by

Comments are closed.